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Die 4. Bundeswaldinventur

Wie sich der Wald in Sachsen-Anhalt verändert

 

Alle zehn Jahre liefert die Bundeswaldinventur ein umfassendes Bild über den Zustand und die Entwicklung der Wälder in Deutschland. Zwischen 2021 und 2022 wurden hierfür auch in Sachsen-Anhalt tausende Stichprobenflächen aufgenommen und ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, wie sich der Wald unter dem Einfluss des Klimawandels, der Trockenjahre und der Kalamitäten verändert hat – und welche Herausforderungen auf die Waldbesitzer zukommen.

 

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Die Bundeswaldinventur ist die wichtigste Datengrundlage zur Beschreibung der Wälder in Deutschland. Sie erfasst unter anderem Baumarten, Holzvorräte, Altersstruktur, Totholz, Waldverjüngung und weitere ökologische Merkmale. Durch die regelmäßige Wiederholung der Inventur lassen sich Veränderungen über Jahrzehnte hinweg nachvollziehen und Entwicklungen wissenschaftlich fundiert bewerten. Die Ergebnisse bilden damit eine wichtige Grundlage für die forstpolitische Diskussion, die Weiterentwicklung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung sowie für Entscheidungen in den Bereichen Klimaschutz, Biodiversität und Rohstoffversorgung.

 

Für Sachsen-Anhalt zeichnet die 4. Bundeswaldinventur ein differenziertes Bild. Die Folgen der extremen Trockenjahre und der großflächigen Waldschäden sind deutlich sichtbar. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse aber auch, dass der Waldumbau hin zu vielfältigeren und klimaangepassteren Wäldern voranschreitet und die Waldbesitzenden erhebliche Anstrengungen unternehmen, ihre Wälder für die Zukunft zu erhalten.


Die wichtigsten Ergebnisse für Sachsen-Anhalt

Rund 521.000 Hektar Wald: Die Waldfläche Sachsen-Anhalts beträgt rund 521.000 Hektar. Damit sind etwa 25 Prozent der Landesfläche bewaldet. Im bundesweiten Vergleich gehört Sachsen-Anhalt damit zu den waldärmeren Bundesländern – der durchschnittliche Waldanteil in Deutschland liegt bei rund einem Drittel der Landesfläche. Umso größer ist die Bedeutung jedes einzelnen Hektars Wald. Die Waldbesitzenden im Land leisten mit einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Bewirtschaftung einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser wertvollen Ressource und stellen sicher, dass die vielfältigen Funktionen des Waldes auch für künftige Generationen erhalten bleiben.

 

Der Wald wird laubholzreicher: Die Entwicklung hin zu klimaangepassten Mischwäldern setzt sich fort. Die Laubholzfläche ist seit der letzten Inventur um mehr als 24.000 Hektar gewachsen. Besonders deutlich hat der Anteil der Eiche zugenommen. Gleichzeitig sind die Nadelholzflächen – insbesondere die Fichte – infolge der vergangenen Dürre- und Borkenkäferjahre deutlich zurückgegangen.

Der Holzvorrat ist gesunken: Der Holzvorrat in Sachsen-Anhalts Wäldern beträgt rund 125 Millionen Kubikmeter. Nach Jahrzehnten des Vorratsaufbaus ist erstmals wieder ein Rückgang zu verzeichnen. Hauptursachen sind die großflächigen Schäden der vergangenen Jahre sowie notwendige Kalamitätsnutzungen.

 

Mehr Totholz – wichtiger Lebensraum: Die Menge an Totholz hat deutlich zugenommen. Totholz ist ein wichtiger Bestandteil naturnaher Wälder und bietet Lebensraum für zahlreiche Insekten-, Pilz- und Vogelarten. Gleichzeitig zeigt der Anstieg aber auch die erheblichen Auswirkungen der Waldschäden.

 

Hohe ökologische Bedeutung: Sachsen-Anhalt beherbergt zehn der bundesweit 19 erfassten Waldlebensraumtypen. Besonders hervorzuheben sind die Eichen-Ulmen-Eschen-Auenwälder: Rund 45 Prozent dieser wertvollen Lebensräume Deutschlands befinden sich in Sachsen-Anhalt.


 

dgl

Was bedeuten die Ergebnisse für Waldbesitzende?

Die Ergebnisse der Bundeswaldinventur bestätigen viele Entwicklungen, die Waldbesitzende bereits seit Jahren in ihren Beständen beobachten: Der Klimawandel verändert unsere Wälder spürbar. Der Waldumbau hin zu stabilen, artenreichen und klimaresilienten Mischwäldern gewinnt weiter an Bedeutung. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass nachhaltige Bewirtschaftung, Wiederbewaldung und der Erhalt vitaler Bestände zentrale Aufgaben der kommenden Jahrzehnte bleiben.

 

Als Waldbesitzerverband Sachsen-Anhalt sehen wir die Bundeswaldinventur als wichtige Grundlage für eine faktenbasierte Forstpolitik. Sie liefert belastbare Daten für politische Entscheidungen und unterstreicht zugleich die enorme Leistung der Waldbesitzenden, die den Wald unter schwierigen Rahmenbedingungen pflegen, erhalten und für kommende Generationen weiterentwickeln.