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Waldbau
Spätblühende Traubenkirsche und Bärenthoren PDF Drucken E-Mail

125 Jahre Bärenthorener Kiefernwirtschaft ist allemal ein Grund für eine Jubiläumstagung. Begangen wurde das Jubiläum mit  Exkursionen in das Vorzeigerevier und  mit Vorträgen über den "Dauerwald Bärenthoren"  im Saal der Gaststätte "Zum Weinberg" in Garitz. Genau in diesem Saal fand nach dem Sturm "Kyrill" die Veranstaltung des Waldbesitzerverbandes statt. Es ging damals nicht nur um den Sturm, dem viele Hektar Wald zum Opfer fielen, sondern auch um die Ursachen der Katastrophe und um die Zukunft des Fläming. Und es geht auch im Jubiläumsjahr um die Zukunft des Fläming. Wie entwickelt sich der Wald in Bärenthoren und damit im Fläming in der Zukunft?

Hierzu die beachtenswerten Ausführungen vom Leiter des Sachgebietes Waldbau und Forstplanung im LFB Sachsen-Anhalt, Wolfhardt Paul, der den Enfluss der Spätblühenden Traubenkirsche herausstellt. Nach seinen Erkenntnissen und Hochrechungen ( AFZ 19, 2009, S. 1038) sind schon heute 22% des Reviers Bärenthoren von der invasiven Kirsche  befallen. Auf 160 ha besonders mit Kiefern bestockten Flächen gibt es Prunus serotina im Unterstand. Kiefernnaturverjüngung findet hier nicht mehr statt.  Für die Zukunft prognostiziert Paul, dass Bärenthoren Gefahr läuft und sich in den nächsten 40 Jahren zu einem Traubenkirschen-Revier entwickelt. Dies gefährde massivst die Zielstellung der Forsteinrichtung. Nur durch aktives Vorgehen gegen die Kirsche können die waldbaulichen Ziele erreicht werden.

Am 30. April 2010 findet im Revier Bärenthoren eine Fachveranstaltung  der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) statt. Anzunehmen ist, dass sich die Traubenkirsche weitere Flächen erobert hat. Auf die erarbeiteten Lösungsansätze zur "Behandlung" von Prunus serotina dürfen nicht nur die ANW-Mitglieder gespannt sein.

Mehr zur Veranstaltung der ANW finden Sie unter Termine.

 

 
Bewusstseinswandel führt zu gemeinsamer Stärke PDF Drucken E-Mail

Sie war gewünscht, gewollt und wurde geplanzt - die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina). Heute gehört sie auf den leichteren Böden auch in Sachen-Anhalt zu den aggressiv-invasiven Pflanzen. Als Waldaids wird sie bezeichnet. So titelten Altmarkzeitung und Volksstimme nach der Veranstaltung des Landesforstvereins in Brunkau gemeinsam "Aids des Waldes", dem nun auch die Forstleute den Kampf angesagt haben.

Die Ansätze des Bewusstseinswandels liegen in Sachsen-Anhalt drei Jahre zurück. Auf der Veranstaltung der ANW in Möckern hatte ein gemeinsames Handeln noch keine Chance. "Schon die unterschiedlichen Eigentumsformen werden eine gemeinsame Strategie gegen die Kirsche unmöglich machen." So die Aussage von Dr. Uwe Starfinger vom Institut für Ökologie der TU Berlin im Jahr 2006.

Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben. Vielleicht geht es ja doch. Und Unterstützung kam auf dem ersten Waldgipfel von Frau  MInisterin Petra Wernicke. Sie regte eine Arbeitsgruppe Spätblühende Traubenkirsche an. Ein weiterer positiver Ansatz für unser waldbauliches Handeln. Fehlt noch die Unterstützung der Landkreise, der Gemeinden und der Gartenbesitzer. Auch hier tut sich was. Landrat Lothar Finzelberg aus dem Jerichower Land  nach kurzer Besichtigung von mit Prunus serotina verseuchten Beständen und Feldrändern: "Da muss etwas passieren." Und in einer kleinen Ortschaft im Jerichower Land soll die helfende Hand der örtlichen Feuerwehr zur Stelle gewesen sein.